Interviews mit William W. Waters

über Musik, Atompilze und Ähnliches




Interview

am 28.08.2013

Musik als Sprache

A:Ist Musik Sprache?
William:

Ja, auch ohne Worte

A:Würden Sie sagen, Musik ist immer auch Sprache?
W:

Nein, nicht immer. Musik kann auch nur durch die Lust, Töne von sich zu geben, entstehen, so wie auch Sprechen ausschließlich durch die Lust am Geräuschemachen zustande kommen kann. Musik ist manchmal aber auch eine Art Kommunikation. Spieler drücken etwas aus, was bei anderen etwas eindrückt.

A:Können Spieler Gefühle ausdrücken?
W:

Es kann vorkommen, dass ein Spieler mit der Musik eine momentane Befindlichkeit transportiert, und sofern Zuhörer zufällig eine Antenne dafür haben, sie diese Stimmung mitempfinden und manchmal sogar wiederum spiegelnd ausdrücken. Ich bin davon überzeugt, dass Musiker und Publikum immer eine Art Gestaltkreis bilden und eine mehr oder weniger unbewusste komplexe Kommunikation stattfindet.

A:Sie haben einmal behauptet, nur gehörte, aber nicht gesehene Musik sei nackt.
W:

Damit meinte ich, dass für mich das Hören von Musik ein größerer Genuss ist, wenn ich die Spieler gleichzeitig sehen kann. Das mag bei anderen Leuten anders sein.Offensichtlich können viele Musik genießen, indem sie nur mit den Ohren aufnehmen, also von Datenträger abspielen, sogar mit geschlossenen Augen. Bei Musik mit klassischen Instrumenten oder Gesang finde ich es natürlich, auch zu sehen. Ich könnte mir vorstellen, dass die Komponisten solcher Musik beim kreativen Prozess Bilder der Ausübung vor Augen haben.

A:Das Musiktheater macht gerade das zum Programm. Sollte alle Musik denn Musiktheater sein?
W:

Nein, es sind unterschiedliche Genres, bei denen gleichzeitiges Sehen eine mehr oder weniger große Rolle spielt. So ist bei der Synthesizermusik das Auge überhaupt nicht dabei. Oder umgekehrt kann es bei Filmmusik vorkommen, dass das Ohr nur wenig involviert ist.

A:

Ist es also so, dass Sie Musik und Sprache als gleichwertig betrachten, sowohl was das Geräuschemachen betrifft wie auch was die Kommunikation betrifft?

W:

Beides kann als Teilbereich der Semiotik aufgefasst werden oder nicht. Das sehe ich übrigens bei den anderen Künsten sehr ähnlich.




Interview

am 29.08.2013

Zur Psychologie der Atompilze

B:Was halten Sie von Atompilzen?
William:

Atompilze sind superschöne Gebilde, echt faszinierend.

B:Was finden Sie daran faszinierend?
W:

Mmm.. da muss ich mal nachdenken, muss ich mich erst mal reinfühlen. Tja, warum finde ich diese Dinger so toll? es ist ein Gefühl, vielleicht?

B:Könnte es die Power sein, die Sie so anspricht?
W:

Diese Wahnsinnskraft, die sich da entfaltet, reißt mich irgendwie mit, könnte man so sagen.

B:Wieso aber ist das mitreißend, Sie stehen doch vor dem Bild oder Film und schauen von außen zu.?
W:

Schon; aber irgendwie stelle ich mir auch vor, ich wäre da drin, oder sogar, ich wäre das ganze Ding, und ich würde gewaltig wachsen, mächtig mich in Spiralen und dicken Ausbrüchen in die Höhe und weit über alles andere erheben, dabei einen riesigen Lärm verbreiten.

B:Hat das etwas mit Machtphantasien, vielleicht sogar mit Allmachtsphantasien zu tun?
W:

Das hat es bei mir sicher nicht, für andere Leute kann ich aber in dieser Hinsicht nicht reden.

B:Aber Sie identifizieren sich ein Stück weit mit dem Gewaltigen, Erhabenen.
W:

Ja, aber es ist bei mir nicht ein Machtgefühl, es ist eher ein Gefühl von großer Energie, ein Gefühl von großer Kraft, welches ich genieße. Und ich denke das Ding hat außerdem noch eine schöne Form, es ist ein ästhetisches Gebilde, das hat beim direkten Ansehen keinen Makel. Es ist groß, klar, voller Kraft und Freude, gewaltig schön.

B:Wir reden immer noch von Atompilzen, oder?
W:

Sicher, so ein Pilz ist doch auch wirklich etwas Schönes. Es gab übrigens schon mal Werbepsychologen, die den Atompilz mit einer Jazzgitarre assoziiert haben, und die Firma, die ich hier nicht namentlich nennen möchte, dazu gebracht haben, tatsächlich ihre Gitarren mit dem Bild eines Atompilzes zu bewerben.

B:Das Atompilzbild ist aber auch sonst ein ganz guter Interessantmacher, in vielerlei Hinsicht.
W:

Das stimmt wohl. Sogar Webseiten, die die atomare Abrüstung beinhalten und auch zum Ziel haben, machen mit dem schönen Pilz auf sich aufmerksam.

B:Blöder gehts wohl aber nicht, oder?
W:

Das Problem ist, dass in dem Bild des Atompilzes seine Folgen nicht reingemalt sind. Und es ist ungeheuer schwierig, wenn nicht gar unmöglich, von einem ganz tollen, ästhetisch wertvollen, wunderschönen Bild logisch auf das größte Grauen zu schließen.

Diese Interviews wurden von William W. Waters frei erfunden

Schlüsselbegriffe: Musik, Sprache, Psychologie, Atompilz

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